Die Migration ist ein heisses Thema in der Schweizer Politik. Eine LeeWas-Umfrage im Auftrag von 20 Minuten und Tamedia zeigt nun, welche Hoffnungen und Sorgen die Schweizer Bevölkerung hat.

Darum gehts
- Eine LeeWas-Umfrage im Auftrag von 20 Minuten und Tamedia zeigt die Meinungen der Schweizer zur Zuwanderung.
- Hoffnungen mit Blick zur Migration gibt es mit Blick auf den Fachkräftemangel.
- Sorgen bestehen vor allem hinsichtlich der Sicherheit in der Schweiz.
Es ist eines der heissesten Themen in der Schweizer Politik: die Migration. Politisch entfachen die neuen EU-Verträge sowie die «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative der SVP immer wieder emotionale Debatten im Parlament.
Eine Umfrage des Forschungsinstituts LeeWas im Auftrag von 20 Minuten und Tamedia zeigt nun, wie die Schweizer Bevölkerung über die Zuwanderung denkt: Viele Schweizer sehen sowohl Chancen als auch Risiken – doch die politische Gesinnung hat Einfluss darauf, wie Migration beurteilt wird.
Hoffnung: Zuwanderung gegen Fachkräftemangel
In der Umfrage wollte Leewas wissen, welche Aspekte die Bevölkerung positiv beurteilt: Es zeigt sich, dass ein Grossteil der Bevölkerung zumindest gewisse Vorteile der Migration sieht – lediglich 22 Prozent der Befragten gaben an, überhaupt keine Vorteile in der Zuwanderung zu sehen.
43 Prozent der Befragten sehen in der Zuwanderung eine Hilfe gegen den Fachkräftemangel – 41 Prozent gaben zudem an, dass die Zuwanderung für das Gesundheitswesen wichtig sei. Weitere 28 Prozent der Befragten gehen von wirtschaftlichen Vorteilen dank der Personenfreizügigkeit mit der EU aus.

Die humanitäre Tradition der Schweiz, eigene Vorteile für Schweizerinnen und Schweizer, die selbst dank der Personenfreizügigkeit in Europa leben und arbeiten können oder auch die Förderung der kulturellen Vielfalt in der Schweiz werden weniger als Vorteile genannt.
Sorgen: Sicherheitsbedenken & Kriminalität
Die Zuwanderung ist aber auch mit Sorgen verbunden – lediglich 9 Prozent der Bevölkerung sind sorgenfrei mit Blick auf die Migration. Als grösste Angst sehen 59 Prozent Sicherheitsbedenken und Kriminalität.
Auch vor einer erhöhten Belastung für das Sozialsystem, mehr Knappheit im Wohnraum, steigenden Mieten und vor einer Veränderung der Kultur in der Schweiz fürchtet sich eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung. Mit 42 Prozent sorgt auch die Belastung für das Gesundheitssystem für Sorgen.

Ein schnelles Wachstum der Bevölkerung, Druck auf den Arbeitsmarkt und Löhne sowie ein Bedeutungsverlust der Landessprache werden hingegen weniger oft als Sorge genannt.
Grosser Graben über die Parteien hinweg
Alter, Geschlecht, Einkommen sowie regionale Faktoren haben teilweise einen Einfluss auf die Sorgen und Hoffnungen der Bevölkerung: Doch nichts ist entscheidender für die Wahrnehmung der Zuwanderung als die politische Gesinnung.
49 Prozent der Befragten, die Sympathien für die SVP hegen, sehen überhaupt keine Vorteile in der Zuwanderung. Das Gegenstück dazu bilden SP-Sympathisanten, bei denen nur sechs Prozent keine Vorteile sehen. Noch hoffnungsvoller ist die Anhängerschaft der GLP.
Noch treffender wird der Graben bei den Sorgen: 100 Prozent der SVP-Sympathisanten blicken besorgt auf die Migration. Am wenigsten besorgt sind hingegen Anhänger der Grünen: 22 Prozent der Befragten, die mit den Grünen sympathisieren, sind sorgenfrei, was die Migration angeht.