In diesen Ländern geben Schweizer am meisten aus

Wie viel Schweizer im Ausland ausgeben – und welche Touristengruppen hierzulande am meisten und am häufigsten bezahlen.

Darum gehts

  • Schweizer geben im Ausland am meisten Geld in Ländern aus, wo ihre Sprache gesprochen wird.
  • Italien ist das einzige Land, das bei allen Schweizer Sprachregionen beliebt ist.
  • In der Schweiz geben US-Gäste am meisten aus. Franzosen und Deutsche tätigen die meisten Einkäufe.
  • Debitkarten haben Kreditkarten beim Visa-Zahlungsvolumen überholt.

Ein Visa-Report zeigt, wie stark sich das Zahlungsverhalten in der Schweiz verändert hat, wie unterschiedlich die Sprachregionen reisen und welche Touristen am meisten und am häufigsten Geld ausgeben hier in der Schweiz.

Der Röstigraben zeigt sich klar – ausser in einem Land

Die Visa-Daten bestätigen den bekannten Röstigraben auch im Reiseverhalten: Deutschschweizerinnen zieht es vor allem nach Deutschland, wo sie rund 20 Prozent ihrer Auslands­ausgaben tätigen. In der Westschweiz entfällt etwa ein Drittel der Ausgaben auf Frankreich. Im Tessin wiederum fliesst fast die Hälfte der Auslandsausgaben nach Italien. Entsprechend landet Frankreich bei Deutschschweizerinnen nur auf Platz 6 der beliebtesten Reiseziele – und Deutschland bei Westschweizerinnen sogar nur auf Platz 7.

Eine Ausnahme ragt allerdings heraus: Italien. Als einziges Land schafft es bei allen Sprachregionen in die Top 5 und bleibt von Basel bis Bellinzona das Reiseziel, das alle verbindet.

Debitkarte wird zum Standard im Schweizer Portemonnaie

Noch 2013 dominierten Kreditkarten klar den Markt. Heute hat sich das Bild gedreht: Moderne Debitkarten haben stark aufgeholt und stehen inzwischen für über 40 Prozent des Visa-Zahlungsvolumens. Kreditkarten bleiben zentral, werden aber vor allem für grössere Ausgaben und Reisen eingesetzt. Mit dieser Entwicklung gehört die Schweiz zu den digital fortschrittlichsten Zahlungsregionen Europas – kontaktloses und mobiles Bezahlen ist längst Alltag.

Diese Touriländer geben am meisten und am häufigsten aus

Während Gäste aus den USA insgesamt am meisten ausgeben, führen Frankreich und Deutschland bei der Anzahl Transaktionen. Das zeigt deutlich zwei Besuchergruppen: wenige, aber teure Einkäufe aus Übersee – und viele kleine Einkäufe aus den Nachbarländern.

Besonders auffällig sind Reisende aus den Golfstaaten: Gäste aus den VAE, Kuwait und Katar tätigen mit Abstand die teuersten Einkäufe. Obwohl sie nur wenige Transaktionen auslösen, ist ihr Anteil am gesamten Ausgabenvolumen teilweise mehr als dreimal so hoch – am deutlichsten bei Katar. Besonders stark geben sie in Kategorien wie Schmuck, Uhren und anderen Luxusgütern aus.

«Menschen geben dort Geld aus, wo sie sich verstanden fühlen»

«Die einen brigen die Frequenz die Anderen die grossen Umsätze», sagt Visa-Schweiz-Chef Santosh Ritter.
«Die einen brigen die Frequenz die Anderen die grossen Umsätze», sagt Visa-Schweiz-Chef Santosh Ritter.Visa

Visa-Schweiz-Chef Santosh Ritter erklärt, warum beide Besuchergruppen für die Schweiz wichtig sind: «Deutsche und Franzosen bringen die Frequenz, die USA und die Golfregion die grossen Umsätze.» Entscheidend sei, dass alle Besucher einfach und sicher bezahlen können – schliesslich mache der internationale Tourismus rund vier Prozent der Schweizer Exporte aus.

Auch beim Ausgeben im Ausland spiele Vertrauen eine zentrale Rolle, sagt Ritter: «Menschen geben dort Geld aus, wo sie sich verstanden fühlen – die gleiche Sprache hilft dabei enorm.» Wenn digitales Bezahlen im Ausland genauso einfach sei wie zu Hause, stärke das zusätzlich das Vertrauen.