Von Weihnachtsmarkt bis Matterhorn: Die Schweiz ist als Reiseziel beliebter denn je. Kritiker geben Roger Federer die Mitschuld.

Darum gehts
- Die Schweiz erlebt dank der Werbekampagnen mit Roger Federer einen historischen Tourismusboom.
- Das neue Video mit Halle Berry erreicht weltweit über 125 Millionen Views.
- Beliebte Orte leiden unter Overtourismus: Infrastruktur, Verkehr und Abfall stossen an ihre Grenzen.
- SP-Nationalrat David Roth kritisiert die staatlich finanzierten Kampagnen.
Seit Roger Federer (44) als Werbegesicht für Schweiz Tourismus auftritt, erlebt die Branche einen regelrechten Boom. Der Sommer 2025 war mit über 25 Millionen Gästen der stärkste aller Zeiten und die Schweiz gehört wieder zu den begehrtesten Reisezielen, wie der Blick berichtet.
Für die diesjährige Kampagne standen Federer und Hollywoodstar Halle Berry (59) vor der Kamera, inszeniert von Regisseur Marc Forster (56). Das Video ging weltweit durch die Decke – mit 125 Millionen Views auf Youtube generierte der Clip doppelt so viele wie der Federer-Clip vom Vorjahr mit Mads Mikkelsen (60).

Aufmerksamkeit en masse: Hollywood-Star Halle Berry wirbt mit Federer für die Schweiz – und erreicht ein Millionenpublikum.
Tourismusorte wollen Verschnaufpause
Doch der Erfolg hat Schattenseiten: In beliebten Orten wie Grindelwald, Lauterbrunnen oder Iseltwald stösst die Infrastruktur längst an Grenzen. Abfallberge, Verkehrschaos, überfüllte Hotspots – der Overtourismus sorgt vielerorts für Frust.
SP-Nationalrat David Roth (40) kritisiert deshalb die staatlich finanzierte Werbung scharf. Er fragt, ob solche Kampagnen mit Federer überhaupt sinnvoll seien: «Macht es wirklich Sinn, mit Steuergeldern noch mehr Ferntouristen anzulocken?» Schweiz Tourismus erhält nächstes Jahr 50 Millionen Franken vom Bund. Wie viel davon in die Kampagne floss, bleibt geheim.
Roth stellt zudem die Frage, ob für das Federer-Video zusätzlich Werbung erkauft wurde, also «Traffic mit Steuergeldern» generiert wurde. Schweiz Tourismus verweist auf Youtube-Mechanismen: 38 Prozent hätten den Film bis zum Ende geschaut – das führe automatisch zu mehr Reichweite.
Zwar versucht Schweiz Tourismus, Gäste stärker zu verteilen und auf weniger bekannte Orte zu lenken. So sollte denn auch der Clip mit Halle Berry die Schweiz im Herbst schmackhaft machen. Doch viele Erstbesucherinnen und -besucher wollen wohl trotzdem zuerst die Klassiker sehen – Kapellbrücke, Jungfrau, Matterhorn. Oder einen unserer berühmten Weihnachtsmärkte?!